Die neue Regensburger Stadtbahn

Pläne zur Einführung einer Stadtbahn (aus wikipedia)

Für die Stadtbahn gibt es eine eigene Webseite:

www.stadtbahnregensburg.de

Seit einigen Jahren wird in Regensburg vermehrt die Einführung einer Stadtbahn diskutiert, um die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs zu verbessern.[1] Eine Studie im Jahr 2006 bescheinigte dem Konzept aber einen deutlich zu niedrigen Nutzen.[2] Allerdings wurde die Studie seitens des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) stark kritisiert.[3].

Auch wenn bislang keine konkreten Pläne existieren, so werden bei Baumaßnahmen schon die möglichen Trassenführungen berücksichtigt, wie beispielsweise beim Neubau der Nibelungenbrücke oder auch beim absichtlichen Erhalt der ehemaligen Gütergleise in Schwabelweis.

Stand September 2008

Seit Ende November 2006 wurde ein recht konkreter Vorschlag einer ersten Ausbaustufe, die sogenannte Mini-Stadtbahn, von verschiedenen Seiten unterstützt.[4] Dabei handelt es sich um eine Nord-Süd-Linie, die von Wutzlhofen im Norden über Konradsiedlung, Nordgaustraße, Donau-Einkaufszentrum, Donaumarkt, Hauptbahnhof/Albertstraße, Friedenstraße, Universität zum Klinikum führen soll. Eine Verlängerung vom Klinikum nach Burgweinting im Zuge der weiteren Stadtentwicklung südlich der Bundesautobahn 3 ist möglich und vorgesehen. Baulich sind für diese Nord-Süd-Linie die meisten Vorbereitungen getroffen (neue Nibelungen- und Galgenbergbrücke, Mittel- oder Seitenstreifen auf Straßenzügen). Ferner halten sich in Nord-Süd-Richtung die Schwierigkeiten wegen der engen Altstadtstraßen in Grenzen, denn die Altstadt würde nur östlich tangiert.

Der verkehrliche Nutzen dieser Route wäre hoch, denn hier bündeln sich im Abschnitt zwischen Donau-Einkaufszentrum und Hauptbahnhof mehrere Stadt- und Regionalbuslinien, so dass sich teilweise auch Verkehre auf diese Linie zusammenfassen lassen. Die Stadtbahn würde hier Stadtteile und beziehungsweise Einrichtungen (Donau-Einkaufszentrum, Universität, Fachhochschule, Klinikum, Arcaden am Hauptbahnhof) anbinden, die ein sehr hohes Potential an Fahrgästen versprechen. Die Auslastung der entsprechenden Buslinien ist hoch, dichtere Takte lassen die Finanzmittel kaum zu.

Auch im Zwischenbericht zu einer erneuten Untersuchung, der im September 2008 dem Regensburger Stadtrat vorgelegt wurde, wird die Nord-Süd-Achse priorisiert. Regensburg ist allerdings laut dem Bericht bereits heute eine „sehr gute Busstadt“, der Systemwechsel zu einer Stadtbahn wäre nur langfristig anzustreben. Immerhin werden konkrete Maßnahmen genannt, die als Zwischenstufe den Wechsel vom Busverkehr zur Stadtbahn erleichtern soll: Ein so genanntes „Bus Rapid Transit“-System, das für Busse eine vom MIV unabhängige Fahrbahn ermöglicht. Dieses könnte im Vollausbau als eine Art Busbahn mit Doppelgelenkbussen auf diesen autarken Strecken verkehren. Diese Übergangslösung wurde in der laufenden Untersuchung jedoch noch nicht auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft; dies wird Gegenstand weiterer Prüfungen sein.[5]

Diese Linie könnte ein erster Schritt hin zu einem leistungsfähigeren und attraktiveren ÖPNV in Regensburg sein. Sollte diese Linie Erfolg haben, könnte dies zu weiteren Strecken z.B. in den Stadtwesten (Prüfening) oder Stadtosten (Landshuter Straße) animieren. Darüber hinaus wären Linien Richtung Kumpfmühl-Ziegetsdorf oder nach Westheim interessante Kandidaten. Hierzu müsste jedoch eine sinnvolle Durchfahrt durch die Altstadt gefunden werden.

Regionalstadtbahn als Ergänzung

Ein Ausbau zur Regionalstadtbahn nach Vorbild anderer Städte wie Karlsruhe, Kassel, Chemnitz, etc. bei gleichzeitiger Heranführung von Regionalbussen an Verknüpfungsbahnhöfe würde zusätzlich die Attraktivität erhöhen. Insbesondere die Donautalbahn lohnt hier einen Blick, denn aus dieser Richtung ist ein recht hoher und gerichteter Einpendlerstrom vorhanden. Auch die begrenzte Höchstgeschwindigkeit dieser Bahnstrecke bis Saal würde den Einsatz von Regio-Stadtbahnfahrzeugen begünstigen, die auf einer elektrifizierten Anschlussstrecke ab Saal wieder bis ins südliche Kelheim könnte. Gleichzeitig könnten die Regionalzüge aus Richtung Ingolstadt zwischen Saal und Prüfening ohne Halt durchfahren und damit fünf bis zehn Minuten beschleunigt werden. Dies würde jedoch voraussetzen, dass die Strecke zwischen Regensburg und Saal/Donau zweigleisig ausgebaut würde oder zumindest alle heutigen Haltepunkte zu Kreuzungsbahnhöfen erweitert würden.